(Thai: “Gkrungh Thep” = “Stadt der Engel”)
“Und, wie war’s?” “Der beste Urlaub, den ich je gemacht habe.” Irgendwie hört man das von allen, die aus ihrem Thailand-Urlaub zurückkehren. Billig, sonnig, Traumstrände.
Woher auch immer, man landet meistens auf dem neuen Flughafen Survarnabhumi (Goldenes Land). Pauschalurlauber werden bereits am Ausgang von den Reiseveranstaltern empfangen, ihr Weg ist bereits Vorbestimmt, drei Tage Bangkok der Rest an irgend einem der Badeorte. Geld sollte man schon im Flughafen, gleich nach der Passkontrolle, wechseln, man weiss ja nie. Für die jenigen, welche das Individualreisen bevorzugen versteht sich das von selbst. Es gibt Busse und Taxen und demnächst auch einen Bahn Zubringer bis in die City und zu den Bussterminals. Immer wieder wurde der Termin für die Inbetriebnahme der Strecke verschoben. Die Gründe dafür kennt eigentlich niemand wirklich. Aber schliesslich hat der Bau des neuen Flughafens auch an die 40 Jahre gedauert und warum soll es dem Bahnzubringer anders ergehen! Und weiter geht’s zum Ziel der Begierde…
Und dann plötzlich taucht man ein in diese flimmernde faszinierende, mit nichts zu vergleichende Wahnsinnsmetropole, einem Moloch, voller Menschenmassen die scheinbar keine Uhrzeit kennen, in das von ständigen Staus geplagte Bangkok ein. Kaos wo man hinschaut, Dreck und dazu noch die Hitze die einem schon beim blossen Gedanken den Schweiss aus allen Poren treibt, der sich dann in Form von Salzkristallen auf die Haut legt. Das pralle Leben pulsiert auf Bangkoks Straßen. Geschäft an Geschäft, Suppenküche an Suppenküche, kaum eine Nische wo nicht etwas zum Verkauf angeboten wird, ungewohnt wer es zum ersten mal erlebt, unkonventionell, unreguliert, beinahe kaotisch und doch einfach faszinierend. Die Strasse, das ist hier das Leben. Es wuselt, wo auch immer man sich bewegt. Ob auf den Märkten mit ihren überquellenden Ständen und exotischen Waren und Gerüchen, den niedrigen Preisen und unzähligen Läden entlang der überhitzten vom Dunst der Grossstadt gezeichneten Strassen, man ist einfach auf die eine oder andere Art erschüttert, überwältigt, fühlt sich fast Erdrückt von der Fülle der Eindrücke, schaut in alle Richtungen und kann sich doch nicht satt sehen an dieser karismatischen Stadt voller Exotik und Zauber und nicht genug, dass alles scheint kein Ende nehmen zu wollen.
Was einem sofort ins Auge fällt, ist der Rhythmus der Menschen in Bangkok. Niemand scheint es hier wirklich eilig zu haben. Die Thais bewegen sich gelassen, es ist ihre Einstellung zum Leben, ganz anders als das was wir kennen und wie wir es gewohnt sind und so verwundert es nicht, dass es dieses Phänomen auch vermag sich auf uns Westler zu übertragen und zu einer wundersamen Entspannung beizutragen. Es übt schon eine Faszination aus durch eine der schönsten Städte der Welt zu schreiten, und dabei jenes vitale Leben dieser pulsierenden Megametropole in sich aufzunehmen.
Gelegentlich findet man die eine oder andere Oase, abseits des Trubels. Der Lumpini Park inmitten der Stadt lässt einem den Smok und die vermeintliche Hektik der Metropole für kurze Zeit vergessen. Aber es gibt noch viele andere Möglichkeiten der Ruhe, man muss sie nur finden. Shoppen mag eine davon sein, ob in den mega Malls oder in den unzähligen Geschäften beiderseits der Strassen, wo es nichts gibt was es nicht gibt bis hin zu Illusionen für scheinbar wenig Geld und garantiertem Verfallsdatum. Und dann ist da noch die andere Seite der Medaille welche man nicht vergessen sollte, der Besuch eines der zahlreichen Tempel (Wath) wo, sofern man dem Buddhismusaufgeschlossen gegenüber steht, um eine Erfahrung reicher werden kann, um seine innere Ruhe zu finden sofern man sich die Zeit dazu nimmt und fähig ist sich Neuem zu öffnen, Eindrücke auf sich wirken zu lassen und schlussendlich die Harmonie des Seins zu verinnerlichen.
Was schlussendlich Bangkok anbelangt, da gibt es nur zwei Möglichkeiten, man kann es entweder lieben oder hassen, dazwischen gibt es nichts. Manchem öffnet sich Bangkok als “Stadt der Engel”. Anderen verweigert sie sich und zwingt sie zur Flucht zurück an den Ursprungsort oder an einen der vermeintlichen Traumstrände wie man sie in unzähligen Katalogen bewundern kann. Wie die Wirklichkeit ausschaut steht aber auf einem anderen Blatt geschrieben.
“One Night in Bangkok” jedes mal wenn ich diesen Song höre dann fühle ich den Pulsschlag dieser Metropole, weit ab von dem, woran ich vorher glaubte.
Berlin, Paris, Moskau, London, Warschau, Prag, Kairo, Havanna, New York, Rio, Hong Kong, Singapore, …… ich habe sie gesehen! Stellt sich einzig die Frage, würde man alle zusammen in einen Topf tun und kräftig umrühren, bekäme man dann eventuell das was Bangkok so einzigartig macht?
Heute ist Bangkok auf dem besten Weg zur Trend-City und vollzieht den Aufstieg in die Glitzerwelt. So jedenfalls sehen es einige Trendsetter.
Aber hören sie selbst. One Night in Bangkok
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